Medizin
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Item Die Bedeutung von Telmisartan spezifischen Mikrobiomveränderungen für die Gewichtsreduktionseffekte vom Medikament(2025) Freschi, Marco LorenzoItem Erfassung, Identifizierung und Analyse von Risikofaktoren bei Wirbelsäulenoperationen(2025) Materlik, YoramEinleitung: Ziel dieser Arbeit war die Identifikation von Risikoassoziationen für peri- und postoperative Komplikationen bei Wirbelsäuleneingriffen. Hierfür wurden pseudonymisierte Routinedaten einer M&M-Konferenz, sowie Sekundärdaten des Krankenhausinformationssystems der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Lübeck untersucht. Die Risikofaktoren könnten zukünftig zur präoperativen Risikoadjustierung genutzt werden und die wissenschaftliche Datengrundlage für die Validierung neuer KI-gestützter Prädiktionsmodelle erweitern. Hierdurch könnten die klinische Entscheidungsfindung und Behandlungsverläufe der Patienten verbessert werden. Methoden: Die retrospektive Analyse umfasste 5575 spinale Operationen zwischen dem 01.01.2006 und dem 31.01.2019. Die Datensätze wurden automatisiert in das zu analysierende Patientenkollektiv eingeteilt, bereinigt und nach Hauptgruppe, Lokalisation, Diagnose, Therapie, Instrumentierung, ASA-Score, Cage-Implantation, Dens-Operationen, Zugangsart, Zementaugmentation, Operationsanzahl und Vorerkrankungen unterteilt und mittels uni- und multivariater logistischer Regression (LR) auf erhöhte Komplikationseintrittswahrscheinlichkeit ausgewertet. Ergebnisse: Das mittlere Alter der Kohorte lag bei 58,83 ± 17,04 Jahren (M=57,93 ±16,81; W=59,72 ± 17,27J), es stieg im Betrachtungszeitraum um 5,88 Jahre. Die Gesamtkomplikationsrate betrug 10,9 % (n=610) ohne signifikante Geschlechterunterschiede. Mortalitätsrate: 0,25 % (n=14). Ermittelte signifikante Risikofaktoren (univariat: ang. p-Wert ≤ 0,005; multivariat: p <0,05): Alter (OR 1,02), Alter > 60 Jahre (60-69: OR 3,08; 70-79: OR 2,75; 80-89: OR 3,51), Lokalisation (HWS: OR 1,91; BWS: OR 2,15), Diagnosegruppen HWS (Tumor: OR 4,71; Trauma: OR 2,31) und LWS (Degenerativ: OR 1,68; Tumor: OR 2,54; Trauma: OR 1,86; Infektion: OR 3,07), Therapiegruppen HWS (Hemi-/Laminektomie: OR 4,93; Wirbelkörperersatz: OR 2,60) und LWS (Hemi-/Laminektomie: OR 2,00; Fixateur interne: OR 2,83; 360°-Fusion: OR 4,81), Instrumentierung (LWS: OR 2,39), ASA-Score (3: OR 2,66; 4: OR 6,39), Zugänge (ventral: OR 1,48; kombiniert/360°: OR 2,02), Revision LWS (kombiniert/360°: OR 8,39), Vorerkrankung (Anzahl 2: OR 1.68; 3: OR 2.52; ≥ 4: OR 2,06; Hypertonie: OR 1,22; Osteoporose: OR 1,33; Herzrhythmusstörung: OR 1,57; onkologisch: OR 1,61; Nierenfunktionsstörung: OR 1,69; Apoplex: OR 3,09; Thrombose: OR 2,13). Schlussfolgerung: M&M-Konferenzdaten in Verbindung mit Sekundärdaten ermöglichen die Identifikation von Komplikationsassoziationen bei spinalen Operationen. Diese können in Risk-Score-Vorhersagemodellen eingesetzt werden um evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu treffen. Datenintensive LR-Modelle sind für nicht-zeitkritische präoperative Risikostratifizierung geeignet. Die vorliegenden Ergebnisse können zur Validierung zukünftiger KI-gesteuerter Prädiktionsmodelle mit effizienter Risikofaktor-Identifikation aus großen Datenregistern genutzt werden. Limitierend sind die Single-Center-Betrachtung, der kurze Zeitraum der Komplikationserfassung (Stationärer Aufenthalt), mögliche Sekundärdatenunvollständigkeit und eine fehlende digitale Patientenakte.Item Auswirkungen personalisierter transkranieller Gleichstromstimulation des rechten V5 auf langsame Augenfolgebewegungen(2025) Kühn, AlexanderTranskranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist ein nicht-invasives Gehirnstimulationsverfahren, bei dem über auf der Kopfhaut angebrachte Elektroden Gleichstrom appliziert wird (≤ 30 Minuten; ≤ 4 mA) (Nitsche et al., 2008; Paulus et al., 2013). Das so induzierte schwache elektrische Feld im Gehirn (≤ 1 V/m) moduliert das Membranpotenzial der Neurone unterschwellig (Creutzfeldt et al., 1962; Dmochowski et al., 2011; Huang et al., 2017). Es werden also keine Aktionspotenziale ausgelöst, sondern vielmehr kommt es durch die leichte Hyper- oder Depolarisation zu einer veränderten Rate an Aktionspotenzialen und einer verzögerten oder beschleunigten Aktionspotenzialgenerierung (Brunoni et al., 2012; Gebodh et al., 2019; Nitsche et al., 2008). Trotz des großen wissenschaftlichen Interesses an dieser Methode sind die Ergebnisse oft heterogen und bis zur Hälfte der Probanden sprechen auf tDCS gar nicht oder nur sehr schlecht an (Fertonani & Miniussi, 2017; Horvath et al., 2015; Wiethoff et al., 2014). Das erschwert die Etablierung von Behandlungsansätzen mit tDCS in der klinischen Versorgung. Interindividuelle Unterschiede in der Anatomie, der Leitfähigkeit und der vornehmlichen Orientierung der Neurone wurden als wichtige Gründe für das heterogene Ansprechen auf tDCS identifiziert (Dmochowski et al., 2013; Fertonani & Miniussi, 2017; Opitz et al., 2015; Radecke et al., 2023). Daher steigt das Interesse an personalisierter tDCS, bei der mit Hilfe von MRT- und kombinierten EEG/MEG-Aufnahmen für jeden Probanden individuelle tDCS-Montagen erstellt werden, sodass die individuelle Verteilung des elektrischen Feldes berücksichtigt werden kann (Dmochowski et al., 2013; Khan et al., 2023; Radecke et al., 2023). Langsame Augenfolgebewegungen (SPEM) ermöglichen dem Menschen das scharfe Betrachten bewegter Objekte, indem das Abbild in der Fovea, dem Ort des schärfsten Sehens, gehalten wird (Lencer et al., 2019; Lencer & Trillenberg, 2008). Patienten mit Psychose-Erkrankungen weisen häufig Defizite in SPEM auf, weshalb SPEM sich als Biomarker für Patienten mit Psychose-Erkrankungen etabliert haben (Brakemeier et al., 2020; Holzman, 2000; Lencer et al., 2010). Die Gehirnregion V5 im hinteren Teil des Temporallappens dient der Verarbeitung von visuellen Bewegungen und ist sehr wichtig für die Umwandlung dieser visuellen Signale in einen motorischen SPEM-Befehl (Kimmig et al., 2008; Leigh & Zee, 2015; Zeki, 2015). In dieser Studie wurden für N = 19 Probanden individuelle, personalisierte tDCS-Montagen des rechten V5 erstellt, indem V5 mit fMRT-Daten lokalisiert und anhand von kombinierten EEG/MEG-Messungen die individuelle Schädelleitfähigkeit ermittelt wurde. An drei Stimulationsterminen wurde tDCS verabreicht und dabei vorher, währenddessen sowie nach tDCS-Applikation SPEM ausgeführt und aufgezeichnet. Der Stimulationserfolg wurde anhand der Auswirkungen auf verschiedene SPEM-Parameter quantifiziert. Es zeigten sich keine über die Applikation von tDCS hinaus anhaltende Nacheffekte, jedoch fanden sich spezifische tDCS-Online-Effekte während der Applikation von tDCS. Diese betrafen zwei Parameter, die die Initiierungsfähigkeit von SPEM widerspiegeln: Akzeleration und Akzelerationslatenz während der SPEM-Initiierung. Die tDCS-Effekte äußerten sich durch einen verzögerten SPEM-Start während kathodaler tDCS, die in der Literatur klassischerweise als inhibierende Stimulation gilt (Nitsche et al., 2005). Eine Vorgängerstudie aus derselben AG Lencer untersuchte mit einem sehr ähnlichen Versuchsaufbau bereits die Auswirkungen normativer tDCS von V5 auf SPEM (Radecke et al., 2023), bei der alle Probanden mit derselben tDCS-Montage stimuliert wurden. Dort zeigten sich keine Nacheffekte und auch meine nachträgliche Auswertung zu den Online-Effekten während der normativen tDCS-Applikation ergab keine tDCS-Effekte durch normative tDCS. Unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie und der unterschiedlichen Verteilung des elektrischen Feldes ist es also gelungen, spezifische tDCS-Effekte auf SPEM-Parameter in der für diese Parameter wichtigen Hirnregion V5 zu generieren. Diese Studie unterstreicht daher die Wichtigkeit der Berücksichtigung der individuellen Anatomie für die erfolgreiche Anwendung von tDCS.Item Etablierung eines humanen 3D Hautmodells für Pemphigus(2025) Janusch, Edda Luise ViktoriaPemphigus-Erkrankungen sind seltene schwerwiegende Autoimmunerkrankungen der Haut und/ oder Schleimhäute. Es kommt zur Bildung von Autoantikörpern gegen Desmoglein (DSG) 1 und/ oder DSG 3. DSG ist ein wichtiger Bestandteil von Desmosomen, welche für die Zelladhäsion innerhalb der Epidermis sorgen. Der Verlust der intraepidermalen Zell-Zellkontakte der Keratinozyten, wird als Akantholyse bezeichnet. PX43 ist ein gut etabliertes Einzelkettenfragment, welches DSG 1 und DSG 3 im Hautorgankulturmodell (HSOC) für Pemphigus vulgaris (PV) bindet und somit eine Akantholyse verursacht. Das Ziel dieser Arbeit ist ein humanes dreidimensionales (3D) Hautmodell für Pemphigus zu etablieren. Für die Herstellung der humanen 3D Haut wurden humane Keratinozyten und Fibroblasten aus gespendeten Hautstücken, welche von elektiven plastischen Operationen stammen, isoliert, kultiviert und vermehrt. Zu Beginn der Herstellung der 3D Haut wurde eine künstliche Dermis aus Fibroblasten und Kollagen Typ 1 geschaffen, auf diese wurden die Keratinozyten gesät und es wurde ein Air liquid interface geschaffen. Nach weiteren acht Tagen wurde die Applikation von PX43 und von intravenösen Immunglobulin (IVIG) als Negativkontrolle durchgeführt. Wir wählten drei unterschiedliche Routen aus, um die beste Applikationsweise zu finden. Es wurden 20 µL PX43-Lösung bzw. IVIG-Lösung in das Medium der 3D Haut, auf die 3D Haut und in die 3D Haut via Injektion appliziert. Anhand der Hämatoxylin-Eosin (HE) Färbung und der indirekten Immunfluoreszenzfärbungen (IIF) wurden die 3D Häute charakterisiert und das Expressionsmuster von DSG 1 und DSG 3 sichtbar gemacht. Die Ausprägung beider DSG konnte überlappend in den basalen Schichten und DSG 3 zusätzlich im apikalen Bereich der Epidermis detektiert werden. Dass PX43 nach Applikation vor allem in den basalen Schichten der Epidermis bindet, konnte durch die direkte Immunfluoreszenzfärbung gezeigt werden. Als Resultat von PX43 in der 3D Haut sahen wir einen Adhäsionsverlust in der apikalen Epidermis. Anhand der Desmoglein-Kompensations-Theorie kann der Adhäsionsverlust apikal und das Ausbleiben der suprabasalen Spaltbildung aufgrund der überlappenden Expression beider DSG erklärt werden. Es ergab sich durch die IIF-Färbungen Anhalt dafür, dass die 3D Häute aus zu weit ausdifferenzierten Keratinozyten bestehen. Dies wird zukünftig durch die Wahl jüngerer Spender*innen modifiziert. In Zukunft kann das humane 3D Hautmodell für Pemphigus in Kombination mit medikamentösen Therapien getestet werden. Wir haben ein humanes 3D Hautmodell für Pemphigus etabliert, welches für ein verbessertes Verständnis der Pathogenese sorgt und viel Potential als alternatives Modell zum HSOC für PV birgt.Item Die Assoziation eines polygenen Scores mit dem Intelligenzquotienten Frühgeborener im Vergleich zu den Auswirkungen nicht-genetischer Faktoren(2025) Burmester, Miriam ValerieHintergrund: Frühgeborene sind eine vulnerable Gruppe. Aufgrund der perinatalen Umstände besteht ein erhöhtes Risiko für eine ungünstige neurokognitive Entwicklung. Ein polygener Score (PGS) erklärt in der Allgemeinbevölkerung 4 % der IQ-Varianz. Der Zusammenhang mit dem IQ Frühgeborener wurde bisher nicht untersucht. Zielsetzung: Untersuchung der Assoziation des IQ-PGS mit dem Intelligenzquotienten, des Einflusses nicht-genetischer Faktoren und Interaktionen zwischen PGS und nicht-genetischen Faktoren bei fünfjährigen VLBW-Frühgeborenen. Einschätzung der klinischen Relevanz. Methoden: Analysiert wurden die Daten von 2.076 VLBW-Frühgeborene des GNN (prospektive Kohortenstudie), deren IQ mittels WPPSI-III erhoben und Nabelschnur-DNA SNP-genotypisiert wurde. Mittels linearer Regressionsanalyse wurde die Assoziation zwischen PGS und IQ ermittelt. Es erfolgte die multiple Regressionsanalyse der Assoziation aller untersuchten Einflussfaktoren mit dem IQ sowie die Analyse der Interaktion zwischen PGS und nicht-genetischen Faktoren. Ergebnisse: Der PGS war signifikant mit dem IQ assoziiert (p=0,037, +0,22 IQ-Punkte/Dezil) und erklärte 0,2 % der Varianz. Die Assoziation blieb in der multiplen Regressionsanalyse signifikant. In der Subgruppenanalyse war sie bei Jungen (p = 0,005) und Kindern mit IVH (p = 0,012) signifikant. Nicht-genetische Faktoren waren stärker mit dem IQ assoziiert: negativ assoziiert waren außereuropäische Herkunft der Mutter (−9,0 IQ-Punkte), IVH (−6,1 IQ-Punkte) und SGA (−5,2 IQ-Punkte), positiv ein höheres Gestationsalter (+1,3 IQ-Punkte/Woche), höherer mütterlicher Schulabschluss (+4,9 IQ-Punkte) und weibliches Geschlecht (+1,5 IQ-Punkte). Der Mehrlingsstatus zeigte keinen Effekt. Schlussfolgerung: Der IQ-PGS ist bei VLBW-Frühgeborenen im Alter von fünf Jahren signifikant mit dem IQ assoziiert. Die klinische Relevanz ist gering. Perinatale und soziodemografische Faktoren beeinflussen den IQ stärker. Ein routinemäßiges Bestimmen des PGS ist nicht empfehlenswert. Gezielte Fördermaßnahmen für vulnerable Gruppen sind sinnvoll.Item Evaluation eines individualisierten, tabletbasierten Trainingsprogramms zur körperlichen Aktivierung von Parkinson-Patient*innen(2025) Wagner, LynnHintergrund: Regelmäßige körperliche Aktivität kann sich positiv auf motorische und nicht-motorische Symptome beim Idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) auswirken. Physio-therapeutische Interventionen sind wesentlicher Bestandteil der stationären multimodalen Komplexbehandlung bei Morbus Parkinson (PKB). Im ambulanten Bereich fehlt es jedoch oft an personellen Ressourcen, um eine kontinuierliche physiotherapeutische Versorgung weiterzuführen. Das individualisierbare, tabletbasierte ParkProTrain-Trainingsprogramm zielt darauf ab, Parkinson-Patient*innen zu unterstützen und ein körperlich aktivierendes Eigentraining in der Häuslichkeit zu etablieren. Es wurde die Wirksamkeit eines neunmo-natigen Einsatzes dieses Programms bei Patient*innen mit einem IPS im Anschluss an eine dreiwöchige, stationäre PKB im Hinblick auf gesundheitsbezogene primäre und sekundäre Zielvariablen evaluiert. Material und Methoden: Es wurde eine monozentrische kontrollierte Längsschnittstudie mit drei Messzeitpunkten durchgeführt (PKB-Beginn, PKB-Ende, neun Monate nach PKB). Die Interventionsgruppe (IG) nutzte das Trainingsprogramm nach Entlassung aus der Klinik für neun Monate in der Häuslichkeit, während die Kontrollgruppe (KG) lediglich die üblichen Empfehlungen von der Klinik mitbekam. Als primäre Zielvariable wurde die parkinsonspe-zifische Lebensqualität mit dem PDQ-8 gemessen. Die sekundären Outcomes waren Teil-habeeinschränkungen, Sturzangst, Schlafstörungen, Ängste und Depressionen sowie Schmerzen, Leistungsfähigkeit und körperliche Aktivität. Ergebnisse: Vollständige Datensätze lagen von N=93 IG- und N=137 KG-Teilnehmer*innen vor. Sowohl die IG als auch die KG zeigten nach der PKB deutliche Verbesserungen in allen Zielparametern. Die Werte verschlechterten sich neun Monate nach PKB für die meis-ten Variablen bis unter die Ausgangswerte. In Bezug auf die Teilhabe, Depressivität sowie Leistungsfähigkeit in Beruf und Freizeit wurden signifikante Verbesserungen im Vergleich zu PKB-Beginn zugunsten der IG beobachtet. Die IG-Patient*innen waren zu 98,8% zufrie-den mit der Intervention und den einzelnen Komponenten. Diskussion: Auch wenn kein deutlich ausgeprägter Effekt in der IG beobachtet wurde, war die Verschlechterung einiger Zielparameter bei der IG geringer ausgeprägt als bei der KG und einige der Parameter verbesserten sich sogar. Dieser positive Trend zugunsten der IG lässt sich möglicherweise auf die Intervention zurückführen. Es wird vermutet, dass die pandemiebedingten Rahmenbedingungen, unter denen die Studie stattfand, die Intensität der messbaren Effekte beeinflusst haben. Empfehlungen für zukünftige Interventionen und den Einsatz in verschiedenen Versorgungssettings wurden diskutiert und abgeleitet.Item Die Relevanz des Hepatitis-E-Virus in der Transfusionsmedizin(2025-01) Sommer-Strunck, Nele MaxiItem Stress, Copingstrategien und gesundheitsbezogene Lebensqualität während der Coronapandemie 2020/21(2025) Peters, ElkeAnfang 2020 lag mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie eine unzureichende Evidenz hinsichtlich Stressbelastung und Lebensqualität infolge der Pandemie in der Bevölkerung vor. Es war unklar, inwiefern die individuellen Präventionsempfehlungen zur Verbesserung des Wohlbefindens von Nutzen hinsichtlich Stressbelastung und Lebensqualität für die Bevölkerung und für vulnerable Gruppen sind. Ziel der vorliegenden explorativen Arbeit ist die Deskription der wahrgenommenen Stressbelastung, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und von Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens während der COVID-19-Pandemie im April 2020 und November 2020 auf Basis von Online-Befragungsdaten einer Bevölkerungsstichprobe (n = 2.078) und in ausgewählten Subgruppen. Mit Hilfe von multiplen linearen Regressionsanalysen werden darüber hinaus Assoziationen von Copingstrategien und Stressbelastung, von Stresssymptomen und Stressbelastung sowie von Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens und Lebensqualität jeweils unter Berücksichtigung bekannter Einflussfaktoren aufgezeigt. Anders, als erwartet ist die Stressgesamtbelastung gemessen mit dem SCI bei Teilnehmen-den beider CoPa-Befragungen bei der Zweitbefragung gegenüber der Erstbefragung nicht erhöht. Die differenzierte Betrachtung der Stressgesamtbelastung zeigt jedoch, dass bei der Zweitbefragung der Wert für Stress durch Überforderung höher ist, während die Werte für Stress durch Unsicherheit und Stress durch Verlust bzw. tatsächlich eingetretene Ereignisse niedriger sind. Die Stressgesamtbelastung unterscheidet sich in den Subgruppen deutlich: Personen mit Hinweis auf eine Depression bzw. eine Angststörung sowie Personen mit einer selbstberichteten ärztlichen Depressionsdiagnose bzw. mit einer anderen psychischen Erkrankungsdiagnose im Leben weisen zu beiden Befragungszeitpunkten signifikant höhere Stressgesamtwerte auf als alle anderen untersuchten Subgruppen. Daneben äußern multi-morbide Personen und Personen mit Kindern unter 13 Jahren im Haushalt überdurchschnittlich hohe Stressgesamtwerte. Während die Stressgesamtbelastung von Frauen signifikant über dem Durchschnitt liegt, befindet sich der Stressgesamtwert von Männern signifikant darunter. Frauen geben signifikant höhere Werte für Stress durch Überforderung an, der im Verlauf noch zunimmt. Gleichzeitig äußern Männer bei der Zweitbefragung im Vergleich zur Erstbefragung einen niedrigeren Wert für Stress durch Überforderung. Personen ab 65 Jahre äußern die niedrigste Stressgesamtwerte, die signifikant niedriger sind als in allen anderen untersuchten Subgruppen. Erwartungsgemäß korreliert die Anzahl der Stresssymptome positiv mit der Stressgesamtbelastung und negativ mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Im Mittel geben studien-teilnehmende Personen mehr als drei Stresssymptome an. Mehr als die Hälfte äußern Schlafschwierigkeiten, knapp die Hälfte Grübeln sowie jeweils ein Drittel Libidoverlust bzw. Kopfschmerzen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität aller Teilnehmenden beider Befragung ist im November 2020 niedriger als im April 2020, insbesondere Frauen, Personen ohne Kind/er unter 13 Jahre im Haushalt und Personen unter 65 Jahre äußern bei der Wiederholungsbefragung eine schlechtere Lebensqualität. Während diese von Personen mit eingangs positiven PHQ-2 und / oder GAD-2 im November 2020 besser eingeschätzt wird. In den multivariaten Analysen zeigt sich, dass die Anwendung der Copingstrategien „positiv denken“, „aktive Stressbewältigung“ und „soziale Unterstützung“, unter Kontrolle der Stressgesamtbelastung, psychische Beeinträchtigungen, Multimorbidität und personenbezogene Parametern mit einer Abnahme der wahrgenommenen Stressgesamtbelastung zum zweiten Befragungszeitpunkt assoziiert sind. Dieser Zusammenhang ist für die „soziale Unterstützung“ signifikant. Von den Aktivitäten zur Steigerung des Wohlbefindens, die von der WHO, dem IASC und dem IFRC in Quarantäne empfohlen werden, sind die zwei Aktivitäten „körperlich aktiv bleiben“ und „Humor behalten und lachen“ signifikant positiv mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu beiden Befragungszeitpunkten assoziiert. Personen mit psychischen Beeinträchtigungen geben im Vergleich zu nicht betroffenen Personen eine signifikant größere OR für die Ausführung der meisten hier untersuchten Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens an und nutzten gleichzeitiger seltener hier berücksichtigter adaptive Copingstrategien zum Abbau von Stress. Dabei nahm bei Personen mit Hinweis auf eine Depression und/oder eine Angststörung die wahrgenommene gesundheitsbezogene Lebensqualität im Verlauf zu, während sie bei den anderen Personen abnahm. Die deutlichen Gruppenunterschiede bei der Stressbelastung und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität machen deutlich, dass Unterschiede vorhanden sind und sowohl gruppenspezifische Betrachtungen als auch differenzierte Maßnahmen erforderlich sind. Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens sollten in der Bevölkerung bekannt sein und könnten in ähnlicher Situation empfohlen und ermöglicht werden. Insbesondere für psychisch beeinträchtigte Personen, multimorbide Personen, Frauen und für Personen mit Kindern könnten gezielt Unterstützungsangebote in vergleichbaren Situationen, wie in der Anfangsphase der Coronapandemie, hilfreich und wünschenswert sein.Item Die Regulation des G-Protein-gekoppelten Rezeptors GPR15 durch Toll-like-Rezeptor-Agonisten(2025) Kempen, Linda MariekeItem Identifizierung und Charakterisierung von Biomarkern beim Fibromyalgie-Syndrom(2025) Strobach, JohannaItem Item Evaluating the glymphatic system via magnetic resonance diffusion-tensor imaging along the perivascular spaces in brain tumor patients(2025) Villacis Miranda, Maria GabrielaItem Effekte der Editierung von Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPARs) auf die Responsivität von humanen Gliomstammzellen gegenüber der Behandlung mit Temozolomid und/oder Fenofibrat(2025) Mielke, HenryDas Glioblastoma Multiforme (GBM) ist der häufigste primäre Hirntumor mit medianem Überleben von 15 Monaten. Zum Therapieversagen tragen stammzellähnliche Tumorzellen (stem like glioma cells; SLGCs) mit vielfältigen Resistenzmechanismen bei. GBM-Zellen zeigen metabolische Veränderungen: verstärkte Glykolyse, reduzierte OXPHOS-Aktivität, vermehrte Fettsäuresynthese. Die Peroxisome-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR) regulieren diese Stoffwechselwege und bieten daher ein potenzielles therapeutisches Ziel. Die AG Zechel strebte in Vorarbeiten die Inaktivierung von PPAR-Genen mittels CRISPR/Cas9 an. In dieser Arbeit wurden vier Zellklone auf PPARA- und PPARG-Editierungen untersucht. Während alle PPARA-Klone Wildtyp-Sequenzen aufwiesen, zeigten zwei PPARG-Klone biallelisch verschiedene Deletionen. Die Mutationen trunkieren den Rezeptor in der DBD. Die Knockout-Klone wurden zusammen mit Klonen aus früheren Arbeiten für Behandlungsexperimente verwendet. BrdU-Elisa zeigten eine signifikante Proliferationshemmung durch Fenofibrat in Klonen und Mutterkulturen (T1440 & T1495). In Kombination mit TMZ ergab sich eine überwiegend additive Proliferationshemmung. Ein Zusammenhang mit dem Editierungstyp war nicht erkennbar. Western Blots zeigten hohe PPARα-Expression in Klonen und Mutterkulturen. Die TMZ-Sensitivität der MGMT-positiven T1495-Klone korrelierte mit der MGMT-Expression. Zusätzlich wurde immunzytochemisch der Einfluss von Fenofibrat und TMZ auf Zellzahl, Stammzellmarker (Sox-2) und DNA-Schäden (γH2AX) untersucht. Beide Substanzen reduzierten die Gesamtzellzahl. Der Sox2-Anteil sank nach Fenofibratbehandlung in den Klonen, stärker als nach TMZ-Gabe; synergistische Effekte fehlten. Die Wirkung auf H2AX positive Zellen variierte, mit kooperativen und antagonistischen Wirkungen. Zur SLGC-Markierung für ein ex vivo GBM-Modell wurden ein T1464-PPARG-Klon und die T1464-Mutterkultur stabil mit einem eGFP-kodierenden lentiviralen Vektor transfiziert. Die eGFP-Expression blieb heterogen. Die Ergebnisse zeigen ein therapeutisches Potenzial von Fenofibrat für die GBM-Therapie, jedoch auch mögliche antagonistische Effekte von Fenofibrat und TMZ. Künftige Untersuchungen sollten unterschiedliche PPAR-Subtypen, weitere SLGC-Linien mit definiertem Mutationsstatus und standardisierte stemness-Niveaus einbeziehen, um den Einfluss metabolischer Modulation auf Therapieresistenzen zu untersuchen.