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Aktuellste Veröffentlichungen

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Die forcierte Vitalkapazität Frühgeborener
(2026) Riesenhuber, Konrad
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Die Rolle des Haarfollikels in Antikörpertransfer induzierter Epidermolysis bullosa acquisita
(2026) Fokuhl, Ayleen
Die Epidermolysis bullosa acquisita (EBA) ist eine blasenbildende, autoimmun bedingte Hauterkrankung, gekennzeichnet durch Autoantikörper gegen Kollagen Typ VII. Es kommt an der dermo-epidermalen Junktionszone unter Beteiligung neutrophiler Granulozyten und der Aktivierung des Komplementsystems zu der charakteristischen subepidermalen Blasenbildung. Haarfollikel (HF) gehören zu den immunprivilegierten Geweben und durchlaufen lebenslang den Haarfollikelzyklus, der durch Aufbau- (Anagen), Abbau- (Katagen) und Ruhephase (Telogen) gekennzeichnet ist. In Nude-Mäusen fiel im EBA-Mausmodell auf, dass Läsionen bevorzugt an Hautarealen auftraten, an denen HF in unterschiedlichen Phasen des Haarfollikelzyklus nebeneinander lagen (bisher unveröffentlicht). Nude-Mäuse weisen einen Keratinisierungsdefekt auf, weshalb sie phänotypisch nackt erscheinen. Hairless-Mäuse sind charakterisiert durch eine normale HF-Morphogenese. Die HF treten jedoch nicht in den Haarfollikelzyklus ein, sie degenerieren. Unter Verwendung dieser Mausstämme sollte in dieser Arbeit der Einfluss des HF auf die Induktion experimenteller EBA näher charakterisiert werden. Es konnte gezeigt werden, dass in Hairless-Mäusen durch Antikörpertransfer EBA induziert werden kann. Die von Läsionen betroffene Körperoberfläche ist sowohl in Nude-Mäusen als auch in Hairless-Mäusen signifikant niedriger als in behaarten Wurfgeschwistern (behaarte WG). Die oberflächliche Körpertemperatur, gemessen auf der Haut, zeigt zwischen Hairless- und Nude-Mäusen im Vergleich zu behaarten WG keinen signifikanten Unterschied – eine Beeinflussung des Clinical Score durch den entzündungshemmenden Effekt von Kälte, erscheint daher unwahrscheinlich. Die Anlagerung des pathogenen IgG entlang der dermalen Zysten der Hairless-Mäuse führt zu einer nach außen unsichtbaren Entzündungsreaktion in der Haut und kann zu dem niedrigeren Clinical Score beitragen. Ergänzende Zytokinanalysen am Serum der Nude-Mäuse legen nahe, dass der Thymusdefekt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Induktion der EBA in Nude-Mäusen spielt. Abschließend kann ein Einfluss des HF und des Immunprivilegs auf die Ausprägung der EBA in den untersuchten Mäusen nicht ausgeschlossen werden. Zur Klärung der Rolle des HF müssen weitere Untersuchungen an den Mausstämmen unter Berücksichtigung der einzelnen Phasen des HF und des Immunprivilegs erfolgen.
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Evaluation von Einflussfaktoren auf die Wundheilung
(2026) Seebauer, Christian
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Retrospektive Analyse zur Effektivität und zum Nebenwirkungsprofil von Rituximab bei Pemphigoid-Erkrankungen
(2026) Bamberger, Florian
Fragestellung: Pemphigoid-Erkrankungen sind durch Autoantikörper gegen Strukturkomponenten der dermo-epidermalen Junktionszone mit resultierender subepidermaler Blasenbildung charakterisiert. Die betroffenen Areale variieren, wobei sich eine Beteiligung der Haut oder hautnahen Schleimhäute zeigen kann. Unbehandelt können diese Erkrankungen zu Komplikationen führen wie Gewichtsabnahme mit Malnutrition (orale Läsionen), Dyspnoe (laryngeale/tracheale Läsionen), Sehstörungen bis zur Erblindung (okuläre Beteiligung) oder durch Superinfektionen und Flüssigkeitsverlust des Körpers potentiell tödlich verlaufen. Kortikosteroide und konventionelle Immunsuppressiva haben sich in der Therapie von Pemphigoid-Erkrankungen etabliert, weisen jedoch häufig ein ungünstiges Nebenwirkungsprofil auf. Der Anti-CD20-Antikörper Rituximab (RTX) zeigte in aktuellen Kohortenstudien als adjuvante Therapie vielversprechende Ergebnisse bei therapierefraktären Verläufen, wobei für präzisere Empfehlungen weitere Studien benötigt werden. Ziel dieser Dissertation ist es, einen Beitrag zur Bewertung der Effektivität und des Sicherheitsprofils von RTX bei Pemphigoid-Erkrankungen zu leisten. Material und Methoden: Es wurden retrospektiv die Krankheitsverläufe aller Pemphigoid-Patienten ausgewertet, die zwischen 2008 und 2019 in der Dermatologie der Universität zu Lübeck mit RTX behandelt wurden und ein mindestens 5-monatiges Follow-up aufwiesen. Die Analyse umfasste das klinische Outcome, die Dynamik ausgewählter Blutparameter (Leukozyten, Lymphozyten, C-reaktives Protein, Leberenzyme) sowie aufgetretene unerwünschte Ereignisse. Für eine Subgruppe konnte eine Auswertung des Mucous Membrane Pemphigoid Disease Area Index (MMPDAI) Activity Scores erfolgen. Ergebnisse: Es wurden 22 Pemphigoid-Patienten mit einer medianen Follow-up-Zeit von 30 Monaten identifiziert. In allen Fällen wurde RTX als adjuvante Therapie eingesetzt. Sechs Monate nach der RTX-Therapie wiesen 68 % der Patienten eine klinische Verbesserung der Krankheitsaktivität auf, welches sich ebenfalls anhand einer statistisch signifikanten Reduktion des MMPDAI Activity Scores zeigte (p = 0,0073). Die Blutparameteranalyse ergab keine signifikanten Ergebnisse, ausgenommen von Unterschieden in der Lymphozytenzahl zwischen Pemphigoid- und Pemphigus-Patienten (p = 0,0334). Es zeigte sich kein Anstieg der Gesamtinfektionsrate nach der RTX-Therapie. Bei separater Auswertung der Atemwegsinfektionen wurde eine leichte Zunahme innerhalb eines Jahres nach der RTX-Gabe beobachtet (vor RTX: 5/18 Patienten vs. nach RTX: 7/22 Patienten). Diskussion: Ein Großteil des untersuchten Patientenkollektivs zeigte nach der RTX-Therapie eine Verminderung der Krankheitsaktivität bei einem insgesamt günstigen Sicherheitsprofil. Diese Beobachtungen stimmen weitestgehend mit den Ergebnissen aktueller Studien überein, wobei zur Validierung sowie für präzisere Empfehlungen zu RTX-Therapieregimen und spezifischen Pemphigoid-Subtypen zukünftige klinische Studien benötigt werden.
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Episodische und semantische Gedächtnisbildung im Schlaf
(2025) Dehn, Kathrin Fredericke
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Quantitative evaluation and digitalization of elastic fibers in thoracic aortic aneurysms
(2025) Ranabhat, Pramod
Introduction: In this study, we initially conducted a quantitative analysis of aortic tissues using conventional histopathologic grading methods. Subsequently, we established a computer-based digitalized semiautonomous image processing pipeline to segment and enhance the principal features of tissue changes, focusing mainly on the qualities of elastic fibers. Methods: The study collected aortic dilation specimens from 21 patients with a bicuspid aortic valve (mean age, 49,4 ± 14.5 years; aortic diameter, 51.8 ± 7.5 mm), 12 patients with a normal aortic valve (mean age, 64.1 ± 8.6 years; aortic diameter, 53.6 ± 4.0 mm), 3 patients with Marfan syndrome (mean age, 37.1 ± 19.5 years; aortic diameter, 51.5 ± 4.9 mm), and 3 donors (cadaver controls; mean age, 82.0 ± 5.0 years). Tissue samples were fixed in a formalin-buffered solution and prepared for staining with hematoxylin and eosin, Elastica van Gieson, and Alcian blue/van Gieson. Fibrosis, atherosclerosis, medionecrosis, cystic medial necrosis, smooth muscle cell orientation, elastic fragmentation, and inflammation were graded. Histological images were obtained using the conventional method through microscopic observation. Illumination was corrected by low-pass and median filtering, and staining intensity was estimated by k-means clustering in the Commission Internationale de l'Eclairage L*a*b* (CIELAB) color space. Segmented elastic fibers were then corrected by morphological filters to remove artifacts and join dissected fiber segments. Finally, the minimal between-fiber distance was averaged over columns (width, 120px), and the average number of elastic fiber segments was calculated. The accuracy (specificity and sensitivity) of digitalization was calculated among the study groups. Results: The average number of fibers per area (p = 0.019) and the average distance of fibers per area (p = 0.0015) differed significantly among the study groups. The average grading of the pathological conditions showed no statistical correlation within the groups. There was a significant correlation between the degree of elastic fragmentation observed microscopically and the average number of fibers (p = 0.044) and the average distance between fibers (p = 0.026) analyzed digitally. The elastic fiber fragmentation was seen as the most prominent feature. The area under the curve was 0.698 in the bicuspid aortic valve group, indicating a high number of fibers; therefore, the model can predict whether a bicuspid aortic valve or another valve is present. This result was significant (P < 0.05). Discussion: Our study compared the conventional method involving microscopic observation and computer-based digitalization. We established a semiautonomous image processing pipeline to segment and enhance the principal features of tissue changes, with a focus mainly on the qualities of elastic fibers. The digitalized method opens new possibilities of analyzing numerous histological slides in a short period. Furthermore, it presents the possibility of performing intraoperative tissue analysis in patients undergoing cardiovascular surgery. Conclusion: This study demonstrates the potential of combining traditional histopathological techniques with advanced digitalized analysis to improve the accuracy and efficiency of evaluating aortic tissue changes. The digitalized method not only complements conventional methods but also offers a more objective and reproducible assessment, highlighting its applicability in clinical and intraoperative settings.
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Erfassung, Identifizierung und Analyse von Risikofaktoren bei Wirbelsäulenoperationen
(2025) Materlik, Yoram
Einleitung: Ziel dieser Arbeit war die Identifikation von Risikoassoziationen für peri- und postoperative Komplikationen bei Wirbelsäuleneingriffen. Hierfür wurden pseudonymisierte Routinedaten einer M&M-Konferenz, sowie Sekundärdaten des Krankenhausinformationssystems der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Lübeck untersucht. Die Risikofaktoren könnten zukünftig zur präoperativen Risikoadjustierung genutzt werden und die wissenschaftliche Datengrundlage für die Validierung neuer KI-gestützter Prädiktionsmodelle erweitern. Hierdurch könnten die klinische Entscheidungsfindung und Behandlungsverläufe der Patienten verbessert werden. Methoden: Die retrospektive Analyse umfasste 5575 spinale Operationen zwischen dem 01.01.2006 und dem 31.01.2019. Die Datensätze wurden automatisiert in das zu analysierende Patientenkollektiv eingeteilt, bereinigt und nach Hauptgruppe, Lokalisation, Diagnose, Therapie, Instrumentierung, ASA-Score, Cage-Implantation, Dens-Operationen, Zugangsart, Zementaugmentation, Operationsanzahl und Vorerkrankungen unterteilt und mittels uni- und multivariater logistischer Regression (LR) auf erhöhte Komplikationseintrittswahrscheinlichkeit ausgewertet. Ergebnisse: Das mittlere Alter der Kohorte lag bei 58,83 ± 17,04 Jahren (M=57,93 ±16,81; W=59,72 ± 17,27J), es stieg im Betrachtungszeitraum um 5,88 Jahre. Die Gesamtkomplikationsrate betrug 10,9 % (n=610) ohne signifikante Geschlechterunterschiede. Mortalitätsrate: 0,25 % (n=14). Ermittelte signifikante Risikofaktoren (univariat: ang. p-Wert ≤ 0,005; multivariat: p <0,05): Alter (OR 1,02), Alter > 60 Jahre (60-69: OR 3,08; 70-79: OR 2,75; 80-89: OR 3,51), Lokalisation (HWS: OR 1,91; BWS: OR 2,15), Diagnosegruppen HWS (Tumor: OR 4,71; Trauma: OR 2,31) und LWS (Degenerativ: OR 1,68; Tumor: OR 2,54; Trauma: OR 1,86; Infektion: OR 3,07), Therapiegruppen HWS (Hemi-/Laminektomie: OR 4,93; Wirbelkörperersatz: OR 2,60) und LWS (Hemi-/Laminektomie: OR 2,00; Fixateur interne: OR 2,83; 360°-Fusion: OR 4,81), Instrumentierung (LWS: OR 2,39), ASA-Score (3: OR 2,66; 4: OR 6,39), Zugänge (ventral: OR 1,48; kombiniert/360°: OR 2,02), Revision LWS (kombiniert/360°: OR 8,39), Vorerkrankung (Anzahl 2: OR 1.68; 3: OR 2.52; ≥ 4: OR 2,06; Hypertonie: OR 1,22; Osteoporose: OR 1,33; Herzrhythmusstörung: OR 1,57; onkologisch: OR 1,61; Nierenfunktionsstörung: OR 1,69; Apoplex: OR 3,09; Thrombose: OR 2,13). Schlussfolgerung: M&M-Konferenzdaten in Verbindung mit Sekundärdaten ermöglichen die Identifikation von Komplikationsassoziationen bei spinalen Operationen. Diese können in Risk-Score-Vorhersagemodellen eingesetzt werden um evidenzbasierte Therapieentscheidungen zu treffen. Datenintensive LR-Modelle sind für nicht-zeitkritische präoperative Risikostratifizierung geeignet. Die vorliegenden Ergebnisse können zur Validierung zukünftiger KI-gesteuerter Prädiktionsmodelle mit effizienter Risikofaktor-Identifikation aus großen Datenregistern genutzt werden. Limitierend sind die Single-Center-Betrachtung, der kurze Zeitraum der Komplikationserfassung (Stationärer Aufenthalt), mögliche Sekundärdatenunvollständigkeit und eine fehlende digitale Patientenakte.
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Analyzing the progression of pathologies in medical images
(2025) Andresen, Julia
Medical image analysis is a key component of modern healthcare, required not only for diagnosis, but also for treatment planning and disease monitoring. The number of medical images acquired every day is constantly increasing and with it the need for automated tools to process, segment and interpret these images efficiently and reliably. Over the past decade, deep learning-based approaches, especially convolutional neural networks, have revolutionized the field providing unprecedented performances for almost all medical image analysis tasks, including semantic segmentation and image registration. However, the training of deep neural networks needs vast amounts of data, whereas most annotated medical datasets are small. The manual delineation of anatomical and pathological structures needs expert knowledge, and is both time-consuming and error-prone. These problems are even more severe in the analysis of disease progression, where not just one image but several have to be analyzed together. Furthermore, pathologies exhibit higher variability than anatomical structures and occupy comparatively small image areas, further increasing the data demands for training. This dissertation aims to develop deep learning-based algorithms for the automatic analysis of medical time series image data, focusing on pathological progression over time, such as retinal fluid in optical coherence tomography and brain lesions in magnetic resonance imaging. The main goal is to segment pathologies across all time points in order to monitor disease progression. Expert segmentations are typically unavailable for extensive time series data, requiring weakly supervised or fully unsupervised methods. Therefore, longitudinal registration of medical images is investigated as a tool for pathology tracking and unsupervised segmentation. To achieve the goals described, the present work follows three complementary research directions. First, unsupervised clustering is used to segment individual images. Second, registration-based approaches are developed for the joint analysis of longitudinal data with simultaneous segmentation of non-correspondences that reflect evolving or disappearing pathologies. Third, registration approaches inspired by metamorphosis models are used to model the formation of new pathologies. To improve the plausibility of the resulting deformations, these models are designed to separate displacements of anatomical structures from volumetric changes of the pathologies. The methods presented in this thesis enable the unsupervised segmentation of pathological structures, without relying on manually generated pathology segmentations. By leveraging weak supervision through anatomical labels and exploiting temporal information in longitudinal data, the proposed approaches can identify disease-related changes in an unsupervised manner. Overall, this work provides novel, annotation-efficient strategies for the automated analysis of medical image time series data, with the potential to support clinical workflows in the assessment of disease progression.
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Auswirkungen personalisierter transkranieller Gleichstromstimulation des rechten V5 auf langsame Augenfolgebewegungen
(2025) Kühn, Alexander
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) ist ein nicht-invasives Gehirnstimulationsverfahren, bei dem über auf der Kopfhaut angebrachte Elektroden Gleichstrom appliziert wird (≤ 30 Minuten; ≤ 4 mA) (Nitsche et al., 2008; Paulus et al., 2013). Das so induzierte schwache elektrische Feld im Gehirn (≤ 1 V/m) moduliert das Membranpotenzial der Neurone unterschwellig (Creutzfeldt et al., 1962; Dmochowski et al., 2011; Huang et al., 2017). Es werden also keine Aktionspotenziale ausgelöst, sondern vielmehr kommt es durch die leichte Hyper- oder Depolarisation zu einer veränderten Rate an Aktionspotenzialen und einer verzögerten oder beschleunigten Aktionspotenzialgenerierung (Brunoni et al., 2012; Gebodh et al., 2019; Nitsche et al., 2008). Trotz des großen wissenschaftlichen Interesses an dieser Methode sind die Ergebnisse oft heterogen und bis zur Hälfte der Probanden sprechen auf tDCS gar nicht oder nur sehr schlecht an (Fertonani & Miniussi, 2017; Horvath et al., 2015; Wiethoff et al., 2014). Das erschwert die Etablierung von Behandlungsansätzen mit tDCS in der klinischen Versorgung. Interindividuelle Unterschiede in der Anatomie, der Leitfähigkeit und der vornehmlichen Orientierung der Neurone wurden als wichtige Gründe für das heterogene Ansprechen auf tDCS identifiziert (Dmochowski et al., 2013; Fertonani & Miniussi, 2017; Opitz et al., 2015; Radecke et al., 2023). Daher steigt das Interesse an personalisierter tDCS, bei der mit Hilfe von MRT- und kombinierten EEG/MEG-Aufnahmen für jeden Probanden individuelle tDCS-Montagen erstellt werden, sodass die individuelle Verteilung des elektrischen Feldes berücksichtigt werden kann (Dmochowski et al., 2013; Khan et al., 2023; Radecke et al., 2023). Langsame Augenfolgebewegungen (SPEM) ermöglichen dem Menschen das scharfe Betrachten bewegter Objekte, indem das Abbild in der Fovea, dem Ort des schärfsten Sehens, gehalten wird (Lencer et al., 2019; Lencer & Trillenberg, 2008). Patienten mit Psychose-Erkrankungen weisen häufig Defizite in SPEM auf, weshalb SPEM sich als Biomarker für Patienten mit Psychose-Erkrankungen etabliert haben (Brakemeier et al., 2020; Holzman, 2000; Lencer et al., 2010). Die Gehirnregion V5 im hinteren Teil des Temporallappens dient der Verarbeitung von visuellen Bewegungen und ist sehr wichtig für die Umwandlung dieser visuellen Signale in einen motorischen SPEM-Befehl (Kimmig et al., 2008; Leigh & Zee, 2015; Zeki, 2015). In dieser Studie wurden für N = 19 Probanden individuelle, personalisierte tDCS-Montagen des rechten V5 erstellt, indem V5 mit fMRT-Daten lokalisiert und anhand von kombinierten EEG/MEG-Messungen die individuelle Schädelleitfähigkeit ermittelt wurde. An drei Stimulationsterminen wurde tDCS verabreicht und dabei vorher, währenddessen sowie nach tDCS-Applikation SPEM ausgeführt und aufgezeichnet. Der Stimulationserfolg wurde anhand der Auswirkungen auf verschiedene SPEM-Parameter quantifiziert. Es zeigten sich keine über die Applikation von tDCS hinaus anhaltende Nacheffekte, jedoch fanden sich spezifische tDCS-Online-Effekte während der Applikation von tDCS. Diese betrafen zwei Parameter, die die Initiierungsfähigkeit von SPEM widerspiegeln: Akzeleration und Akzelerationslatenz während der SPEM-Initiierung. Die tDCS-Effekte äußerten sich durch einen verzögerten SPEM-Start während kathodaler tDCS, die in der Literatur klassischerweise als inhibierende Stimulation gilt (Nitsche et al., 2005). Eine Vorgängerstudie aus derselben AG Lencer untersuchte mit einem sehr ähnlichen Versuchsaufbau bereits die Auswirkungen normativer tDCS von V5 auf SPEM (Radecke et al., 2023), bei der alle Probanden mit derselben tDCS-Montage stimuliert wurden. Dort zeigten sich keine Nacheffekte und auch meine nachträgliche Auswertung zu den Online-Effekten während der normativen tDCS-Applikation ergab keine tDCS-Effekte durch normative tDCS. Unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie und der unterschiedlichen Verteilung des elektrischen Feldes ist es also gelungen, spezifische tDCS-Effekte auf SPEM-Parameter in der für diese Parameter wichtigen Hirnregion V5 zu generieren. Diese Studie unterstreicht daher die Wichtigkeit der Berücksichtigung der individuellen Anatomie für die erfolgreiche Anwendung von tDCS.
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Flowful work design
(2025) Kloep, Leonie
Modern work contexts present new kinds of changes and flexibilization, digitalization, and new dynamics confront people with novel challenges. These changes also alter opportunities to experience positive states at work, such as flow and team flow. Flow is defined as the state of being completely absorbed in an activity that is perceived as optimally demanding, and it is associated with positive effects on well-being and performance. Similar assumptions apply to team flow, which is defined as a shared experience of flow within a team during optimal team dynamics. Different work design models propose systematically considering the characteristics of a work task to further develop and redesign it towards specific goals. However, the overarching context is often overlooked. This dissertation aims to examine flow and team flow promoting forms of work design from a context-specific perspective. The goal is to identify factors that promote or hinder flow and team flow at work, and to investigate the effect of external contextual factors in challenging work environments. To this end, three examples of modern work contexts are examined: work in a start-up, industrial manufacturing work, and virtual teamwork. Study I employs qualitative interviews to investigate how flow and team flow are experienced during the early start-up stage, which is often characterized by high levels of autonomy and meaningfulness, yet also by uncertainty and lack of support. Some of the influencing factors and consequences discussed are known from previous research, while others appear specifically relevant to the challenges start-ups face. Overall, the importance of promoting flow and team flow in the context of start-ups becomes apparent, and the results provide some recommendations for work design. Study II focuses on manufacturing work, which can be considered a flow-aversive context due to monotony and boredom. The study examines how gamification, a strategy for designing work to promote flow, affects both flow and performance. The study suggests that gamification could be particularly effective at the beginning of work processes; however, flow can also arise in non-gamified manufacturing work via other mechanisms. Study III examines the context of international virtual teams and investigates team flow experiences, exploring the possibility of identifying them through communication parameters. Depending on the task type, the examined communication parameters are insufficient for identifying team flow. Nevertheless, the study makes an important contribution to the ongoing methodological debates in flow research concerning the development of interruption-free measurement approaches. While each of the studies conducted in this cumulative dissertation addresses different research questions, they all contribute to a better understanding of flow and team flow in the workplace. Furthermore, they enable the development of recommendations for work designs that promote flow and team flow. The central results of the three studies are integrated into a work design model. This model is developed as an extension of an Input-Process-Output model and is based on the Job Characteristics Model. The model systematizes the various factors influencing flow and team flow at work, as well as the consequences of these states, with an emphasis on the influence of the context. The relevance of the key contextual factors examined in the dissertation, such as playful approaches and intercultural perspectives in work design, is also addressed. Furthermore, methodological reflections on the dynamics and the measurement of flow and team flow are presented. Based on the three contexts studied, concrete work design practices and recommendations are formulated. Future research should consider additional work contexts relevant to the evolving challenges faced in today's working world and evaluate the effectiveness of specific interventions. The methodological questions raised regarding the operationalization and measurement of flow and team flow should be examined more closely in light of the results. Overall, this dissertation demonstrates that promoting flow and team flow may be possible in challenging and dynamic modern work contexts. However, this is context-dependent and should be planned in a reflective, evidence-based manner.

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