Einrichtungen in ePub
Wählen Sie eine Sektion, um deren Inhalt anzusehen.
Aktuellste Veröffentlichungen
Physiologische Wirkungen von vibrierenden Geräten bei der gleichzeitigen Benutzung von Exoskeletten
(2026) Ernst, Benjamin
In dieser experimentellen Studie sollten die Auswirkungen zwei passiver Exoskelette und Arbeitsrichtungen auf die Vibrationsbelastung bei Tätigkeiten mit vibrierenden Geräten und auf die vaskuläre, neurologische und muskuloskelettale
Beanspruchung des Hand-Arm-Systems untersucht werden. 30 Versuchsteilnehmer führten randomisiert mit und ohne Exoskelett mehrere Bohrvorgänge und Schleifarbeiten in vertikaler Richtung nach oben und in horizontaler Richtung nach vorne an einer Holzplatte durch. Als mechanische Parameter wurden die Vibrationsimmission an den Griffen der Maschinen, die Vibrationsübertragung auf die Handgelenke und die resultierende Vorschubkraft gemessen. Physiologisch wurde die Veränderung der Vibrationsperzeption an den Fingerspitzen, das Durchblutungsverhalten der Hände, die Muskelaktivität an den Schultern, Ober- und Unterarmen, die Körperhaltung und die subjektive Beanspruchung mittels eines Fragebogens erfasst.
Die Ergebnisse legen nahe, dass sich der Einfluss der Arbeitsrichtung und der Exoskelette gerätespezifisch verhält. Unter Verwendung des Exoskeletts mit einem hohen Unterstützungsmoment wurde mit der Bohrmaschine eine erhöhte Vibrationsimmission gemessen. Tätigkeiten in horizontaler Arbeitsrichtung bewirkten mit und ohne Exoskelette bei der Schleifmaschine eine höhere Vibrationsimmission als in vertikaler Richtung. Der bekannte positive Effekt einer Senkung der muskulären Aktivität durch Exoskelette im Schulterbereich ließ sich auch unter den dargebotenenen Bedingungen feststellen. Die weiteren akuten physiologischen Effekte konnten vereinzelt mit dem Tragen der Exoskelette in Verbindung gebracht werden, folgten jedoch keiner einheitlichen Systematik.
Die Untersuchung zeigt, dass bei der Verwendung eines Exoskeletts mit einem hohen Unterstützungsmoment eine erhöhte Vibrationsbelastung auftreten kann. Gleichzeitig vermindert das Tragen eines Exoskeletts die Vibrationsübertragung unteren Frequenzbereich zwischen 5 Hz und 90 Hz, sodass dieser ungünstige Effekt weitestgehend relativiert wird. Ebenso kann die Vibrationsimmission aufgrund der Arbeitsrichtung variieren. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren kann keine allgemeine Handlungsempfehlung zum Einsatz von vibrierenden Geräten und Exoskeletten formuliert werden. Es ist im Einzelfall zu prüfen, ob sich die Vibrationsbelastung mit einem spezifischen Gerät verändert. Es sind jedoch keine positiven Effekte in Bezug auf die Vibrationsbelastung oder der damit verbundenen physiologischen Reaktion im Hand-Arm-System im Sinne der Prävention durch Exoskelette zu erwarten.
T helper cytokines in systemic sclerosis
(2026) Mehrpouyan, Afsaneh
Background and Objectives: Systemic sclerosis (SSc) is a chronic autoimmune disease characterized by inflammation, vasculopathy, and progressive fibrosis affecting the skin and internal organs. Immune dysregulation and endothelial dysfunction are essential players in the development of SSc. A bias toward T helper 2 (Th2) cytokines has been demonstrated to be associated with SSc, implicating SSc as a Th2-associated disease. This study aimed to investigate the role of T helper cytokines in patients with SSc and in an experimental model of SSc-associated pulmonary arterial hypertension (PAH).
Methods: A total of 128 patients with SSc were recruited from the Department of Rheumatology and Clinical Immunology, University of Lübeck. 69 healthy individuals served as controls and were enrolled at the Research Center Borstel. The experimental model of SSc-PAH was induced in IL-13 transgenic (IL-13tg) mice via immunization with membrane extracts of CHO cells overexpressing human angiotensin II type 1 receptor (AT1R). To assess therapeutic potential of targeting IL-6 signaling, IL-13tg mice, either naïve or AT1R-immunized, were treated with neutralizing monoclonal antibodies (mAbs) against murine IL-6 or IL-6 receptor (IL-6R), or with corresponding isotype control antibodies. Lung pathology was evaluated by histological analysis using hematoxylin and eosin (H&E) staining. The levels of human and murine T helper cytokines were measured in serum and/or bronchoalveolar lavage (BAL) fluid using LEGENDplex™ Multi-Analyte Flow Assay Kit. Lung transcriptomes were analyzed using Agilent Mouse GE 4x44K v2 microarrays.
Results: Patients with SSc exhibited significantly elevated serum levels of multiple T helper cytokines compared to healthy controls, including IL-2, IL-4, IL-6, IL-10, IFN-γ, and TNF-α. Among these cytokines, serum IL-6 levels were positively correlated with as the presence of both interstitial lung disease (ILD) and PAH. In the experimental model, treatment with anti-IL6 or anti-IL-6R did not prevent the development of experimental occlusive vasculopathy in AT1R-immunized IL-13tg mice. By contrast, a trend toward a more severe vascular pathology was observed in AT1R-immunized IL-13tg mice treated with IL-6 or IL-6R-neutralizing mAbs compared to isotype-treated controls, although the differences were not statistically significant. Furthermore, treatment with anti-IL-6 mAb alone was sufficient to induce pulmonary occlusive vasculopathy in non-immunized IL-13tg mice. Transcriptomic analysis revealed that anti-IL-6 mAb treatment dysregulated the expression of immune-related genes in the lungs of unimmunized IL-13tg mice.
Conclusion: Although IL-6 has been shown to exert a proinflammatory role in many diseases, this function could not be confirmed in the present study. Moreover, my findings suggest that, in an experimental model of pulmonary vasculopathy in the context of systemic sclerosis, IL-6 may act as a protective regulator. These results provide new insights into both the pro- and anti-inflammatory roles of IL-6 in the pathogenesis of systemic sclerosis and highlight the importance of carefully reconsidering this cytokine as a potential therapeutic target for SSc-associated PAH.
Auswirkungen von COVID-19 auf die Nachfrage nach Tabakentwöhnung/E-Zigaretten in Deutschland und ausgewählten europäischen Staaten
(2026) Finck, Jule Madlen
Während der COVID-19-Pandemie wurde der Einfluss des Nikotinkonsums diskutiert, auch als möglicher Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf. In dieser Arbeit werden Änderungen beim Rauchverhalten während der Pandemie mittels einer Befragung untersucht. Zusätzlich werden Google Trends-Daten analysiert, um das sich ändernde Interesse am Rauchen und an der Tabakentwöhnung aufgrund bestimmter Ereignisse während der Pandemie zu charakterisieren.
Im April 2021 wurden mittels Online-Fragebögen Daten zum Rauch- und Dampfverhalten, zur Tabakentwöhnung während der Pandemie sowie zu den Gefühlen und Ängsten gegenüber COVID-19 in vier europäischen Ländern (3.605 Teilnehmer*in
nen in UK, DE, ES, IT) ermittelt. Daneben wurde das Relative Search Volume (RSV) von Google Trends zu den Suchbegriffen der Bereiche Tabakkonsum, -entwöhnung und Behandlung für die Länder vom 31.12.2017 bis 18.4.2021 ausgewertet.
Für die Studienkohorten von IT und ES wurden im Vergleich zu UK und DE eine stärkere Angst vor einer COVID-19-Infektion, mehr Quarantäneaufenthalte sowie mehr Teilnehmer*innen mit Infektions- und Todesfällen im persönlichen Umfeld beobachtet. Raucherentwöhnungsversuche und -erfolge wurden vor allem (v. a.) in der italienischen Bevölkerung beobachtet und mit psychischen Belastungen während der Pandemie in Verbindung gebracht, während in Spanien die gleichen Tendenzen für die Dampferentwöhnung festgestellt wurden.
In der Google Trends-Analyse wurden nur geringfügige Unterschiede zwischen den Ländern festgestellt, aber drei allgemeine Trends waren vorherrschend: 1. Es zeigte sich ein signifikanter Rückgang des Interesses bei sieben von zwölf Suchbegriffen zum Thema Raucherentwöhnung und der dazugehörigen Cluster während der Pandemie. 2. Es wurde ein signifikanter Rückgang des RSV für sieben von zwölf der
konsumbezogenen Suchbegriffe festgestellt; behandlungsbezogene Suchbegriffe wiesen heterogene Trends auf. 3. Cluster mit erhöhtem Suchverhalten waren nur schwach mit „Lockdowns“, Impfkampagnen oder Inzidenzen assoziiert.
Bei allen Kohorten wurden trotz gesundheitlicher Bedenken während der Pandemie und der anerkannten Risiken für schwerwiegende Folgen einer COVID-19-Infektion bei den Befragten insgesamt jedoch keine höhere Rate von Rauchstoppversuchen beobachtet. Die Google Trends-Daten zeigen zudem während der Pandemie einen deutlichen Rückgang des Interesses an der Raucherentwöhnung.
Analysis of 3D/2D image registration and a new registration approach based on residual neural networks
(2026) Schulz, Pia Franziska
Image registration is an essential component of image processing with a wide range of applications, particularly in the medical field. The goal of image registration is to determine optimal deformations that align two or more images. Our contributions to this field are twofold.
First, we analyze 3D/2D registration problems. A particular challenge with such registration problems is that a 3D deformation is sought based on 2D data. Since typically regularization is utilized to ensure the existence of reasonable solutions, the question arises of which regularization is appropriate for 3D/2D registration. We address this question and prove the suitability of a class of second-order regularizers. We additionally prove that first-order regularizers are generally not appropriate. Furthermore, we show that our working assumptions apply for common settings of 3D/2D registration and we also extend our results to registration problems of other dimensions. Our analysis contributes to a more comprehensive understanding of image registration problems.
Second, we present the new residual neural network-based registration approach RNR. This method enables the registration of multiple consecutive images. Moreover, the method ensures diffeomorphic deformations under certain conditions. This is a desirable property in many applications, as diffeomorphisms are invertible and sustain image features. We show that RNR is theoretically sound and provide a comprehensive validation. In particular, we demonstrate that the method allows for larger deformations than comparative approaches and has competitive speed. Finally, we apply the method to build a breathing model, which in turn forms the basis for respiratory surface electromyography modeling. The latter is a highly relevant field that is used, for example, to improve mechanical ventilation for patients.
A second-order divergence-curl regularization in variational image registration
(2026) Neuber, Saskia
Eine Längsschnittuntersuchung zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Bevölkerung während der COVID-19 Pandemie
(2026) Unkel, Dominique Julia
Diskurse mit anderen Augen sehen – AR-gestützte Beteiligungssysteme in kommunalen politischen Diskursen
(2025) König, Florian
Digitale Beteiligungsformate spielen eine immer wichtigere Rolle in der kommunalen Bürgerbeteiligung,
indem sie Einwohner und Interessengruppen einbinden und lokales Wissen nutzen. Zentrale Herausforderungen
bestehen darin, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Beteiligungsprozesse
zugänglich zu gestalten. Visualisierungen – insbesondere Augmented Reality (AR) – bieten Potenzial,
um räumliche und abstrakte Informationen greifbarer zu machen.
Diese Arbeit untersucht, wie eine mobile AR-Anwendung gestaltet werden kann, um Bürger aktiv in
Beteiligungsprozesse der Stadtplanung einzubeziehen. Dazu wurde eine mobile AR-App systematisch
konzipiert, iterativ in einem menschenzentrierten Prozess entwickelt und hinsichtlich ihrer Gebrauchstauglichkeit
evaluiert. In einer randomisierten kontrollierten Laborstudie wurde sie mit einem
analogen Beteiligungswerkzeug verglichen, um zu analysieren, inwiefern sie das Verständnis räumlicher
Informationen sowie das Einbringen eigener Vorschläge unterstützt und welche Auswirkung der
AR-Einsatz auf den Diskurs, die wahrgenommene Arbeitsbelastung sowie die Beteiligungsbereitschaft
hat. Abschließend wurden basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen allgemeine Empfehlungen für
die nutzerzentrierte Gestaltung und den nachhaltigen Einsatz von AR in Beteiligungsprojekten abgeleitet.
Die Ergebnisse zeigen, dass die entwickelte AR-App Nutzende dabei unterstützt, sich mit Beteiligungsprojekten
auseinanderzusetzen, räumliche Informationen zu erfassen und eigene Vorschläge einzubringen.
Augmented Reality zeigt Potenzial, die Beteiligungsbereitschaft zu steigern und vielfältigere Vorschläge
zu fördern. In der vorliegenden Untersuchung ließen sich jedoch keine signifikanten Unterschiede
gegenüber einem analogen Werkzeug belegen. Dennoch liefert die Arbeit wertvolle Erkenntnisse
zur Gestaltung gebrauchstauglicher AR-Anwendungen für die Bürgerbeteiligung. Sie verdeutlicht,
dass AR das Potenzial hat, Beteiligungsprozesse zu bereichern, wenn technologische, nutzerzentrierte
und organisatorische Faktoren optimal aufeinander abgestimmt werden.
Damit trägt die Arbeit zur Forschung im Bereich Mensch-Computer-Interaktion (HCI) bei, indem sie
nutzerzentrierte Gestaltungsprinzipien für AR-basierte Beteiligungswerkzeuge entwickelt, umsetzt und
im Rahmen eines Mixed-Methods-Ansatzes empirisch evaluiert. Der Beitrag liegt insbesondere in der
systematischen Erprobung, wie AR-basierte Beteiligungswerkzeuge gestaltet sein sollten, um Beteiligung
verständlich, zugänglich und wirksam zu unterstützen. Die Ergebnisse bieten darüber hinaus Anknüpfungspunkte
für zukünftige Studien zur digitalen Beteiligung.
Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren und gastrointestinale Beschwerden bei systemischer Sklerose
(2025) Fourlakis, Konstantinos
Die forcierte Vitalkapazität Frühgeborener
(2026) Riesenhuber, Konrad
Die Rolle des Haarfollikels in Antikörpertransfer induzierter Epidermolysis bullosa acquisita
(2026) Fokuhl, Ayleen
Die Epidermolysis bullosa acquisita (EBA) ist eine blasenbildende, autoimmun bedingte Hauterkrankung, gekennzeichnet durch Autoantikörper gegen Kollagen Typ VII. Es kommt an der dermo-epidermalen Junktionszone unter Beteiligung neutrophiler Granulozyten und der Aktivierung des Komplementsystems zu der charakteristischen subepidermalen Blasenbildung. Haarfollikel (HF) gehören zu den immunprivilegierten Geweben und durchlaufen lebenslang den Haarfollikelzyklus, der durch Aufbau- (Anagen), Abbau- (Katagen) und Ruhephase (Telogen) gekennzeichnet ist. In Nude-Mäusen fiel im EBA-Mausmodell auf, dass Läsionen bevorzugt an Hautarealen auftraten, an denen HF in unterschiedlichen Phasen des Haarfollikelzyklus nebeneinander lagen (bisher unveröffentlicht). Nude-Mäuse weisen einen Keratinisierungsdefekt auf, weshalb sie phänotypisch nackt erscheinen. Hairless-Mäuse sind charakterisiert durch eine normale HF-Morphogenese. Die HF treten jedoch nicht in den Haarfollikelzyklus ein, sie degenerieren. Unter Verwendung dieser Mausstämme sollte in dieser Arbeit der Einfluss des HF auf die Induktion experimenteller EBA näher charakterisiert werden. Es konnte gezeigt werden, dass in Hairless-Mäusen durch Antikörpertransfer EBA induziert werden kann. Die von Läsionen betroffene Körperoberfläche ist sowohl in Nude-Mäusen als auch in Hairless-Mäusen signifikant niedriger als in behaarten Wurfgeschwistern (behaarte WG). Die oberflächliche Körpertemperatur, gemessen auf der Haut, zeigt zwischen Hairless- und Nude-Mäusen im Vergleich zu behaarten WG keinen signifikanten Unterschied – eine Beeinflussung des Clinical Score durch den entzündungshemmenden Effekt von Kälte, erscheint daher unwahrscheinlich. Die Anlagerung des pathogenen IgG entlang der dermalen Zysten der Hairless-Mäuse führt zu einer nach außen unsichtbaren Entzündungsreaktion in der Haut und kann zu dem niedrigeren Clinical Score beitragen. Ergänzende Zytokinanalysen am Serum der Nude-Mäuse legen nahe, dass der Thymusdefekt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Induktion der EBA in Nude-Mäusen spielt. Abschließend kann ein Einfluss des HF und des Immunprivilegs auf die Ausprägung der EBA in den untersuchten Mäusen nicht ausgeschlossen werden. Zur Klärung der Rolle des HF müssen weitere Untersuchungen an den Mausstämmen unter Berücksichtigung der einzelnen Phasen des HF und des Immunprivilegs erfolgen.
Evaluation von Einflussfaktoren auf die Wundheilung
(2026) Seebauer, Christian
Vergleich historischer vs. aktueller Instillationstherapien beim nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinom
(2025) Matzen, Merle Sophia
Retrospektive Analyse zur Effektivität und zum Nebenwirkungsprofil von Rituximab bei Pemphigoid-Erkrankungen
(2026) Bamberger, Florian
Fragestellung: Pemphigoid-Erkrankungen sind durch Autoantikörper gegen Strukturkomponenten der dermo-epidermalen Junktionszone mit resultierender subepidermaler Blasenbildung charakterisiert. Die betroffenen Areale variieren, wobei sich eine Beteiligung der Haut oder hautnahen Schleimhäute zeigen kann. Unbehandelt können diese Erkrankungen zu Komplikationen führen wie Gewichtsabnahme mit Malnutrition (orale Läsionen), Dyspnoe (laryngeale/tracheale Läsionen), Sehstörungen bis zur Erblindung (okuläre Beteiligung) oder durch Superinfektionen und Flüssigkeitsverlust des Körpers potentiell tödlich verlaufen. Kortikosteroide und konventionelle Immunsuppressiva haben sich in der Therapie von Pemphigoid-Erkrankungen etabliert, weisen jedoch häufig ein ungünstiges Nebenwirkungsprofil auf. Der Anti-CD20-Antikörper Rituximab (RTX) zeigte in aktuellen Kohortenstudien als adjuvante Therapie vielversprechende Ergebnisse bei therapierefraktären Verläufen, wobei für präzisere Empfehlungen weitere Studien benötigt werden. Ziel dieser Dissertation ist es, einen Beitrag zur Bewertung der Effektivität und des Sicherheitsprofils von RTX bei Pemphigoid-Erkrankungen zu leisten.
Material und Methoden: Es wurden retrospektiv die Krankheitsverläufe aller Pemphigoid-Patienten ausgewertet, die zwischen 2008 und 2019 in der Dermatologie der Universität zu Lübeck mit RTX behandelt wurden und ein mindestens 5-monatiges Follow-up aufwiesen. Die Analyse umfasste das klinische Outcome, die Dynamik ausgewählter Blutparameter (Leukozyten, Lymphozyten, C-reaktives Protein, Leberenzyme) sowie aufgetretene unerwünschte Ereignisse. Für eine Subgruppe konnte eine Auswertung des Mucous Membrane Pemphigoid Disease Area Index (MMPDAI) Activity Scores erfolgen.
Ergebnisse: Es wurden 22 Pemphigoid-Patienten mit einer medianen Follow-up-Zeit von 30 Monaten identifiziert. In allen Fällen wurde RTX als adjuvante Therapie eingesetzt. Sechs Monate nach der RTX-Therapie wiesen 68 % der Patienten eine klinische Verbesserung der Krankheitsaktivität auf, welches sich ebenfalls anhand einer statistisch signifikanten Reduktion des MMPDAI Activity Scores zeigte (p = 0,0073). Die Blutparameteranalyse ergab keine signifikanten Ergebnisse, ausgenommen von Unterschieden in der Lymphozytenzahl zwischen Pemphigoid- und Pemphigus-Patienten (p = 0,0334). Es zeigte sich kein Anstieg der Gesamtinfektionsrate nach der RTX-Therapie. Bei separater Auswertung der Atemwegsinfektionen wurde eine leichte Zunahme innerhalb eines Jahres nach der RTX-Gabe beobachtet (vor RTX: 5/18 Patienten vs. nach RTX: 7/22 Patienten).
Diskussion: Ein Großteil des untersuchten Patientenkollektivs zeigte nach der RTX-Therapie eine Verminderung der Krankheitsaktivität bei einem insgesamt günstigen Sicherheitsprofil. Diese Beobachtungen stimmen weitestgehend mit den Ergebnissen aktueller Studien überein, wobei zur Validierung sowie für präzisere Empfehlungen zu RTX-Therapieregimen und spezifischen Pemphigoid-Subtypen zukünftige klinische Studien benötigt werden.