Hochleistungsfaserlaser und deren Wellenlängenerweiterung als flexible Lichtquelle für die biomedizinische Bildgebung
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2026
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Zusammenfassung
Die Anwendung von Faserlasern im Bereich der biomedizinischen Optik gewinnt in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung, da sie bei kompakter Bauweise die Erzeugung kurzer Laserpulse mit hohen Spitzenleistungen ermöglichen. „Master Oscillator Power Amplifier“ (kurz MOPA)-Laser steigern in mehreren Verstärkerstufen die Spitzenleistung einer Laserdiode von einigen Milliwatt auf mehrere Kilowatt. Neben den Vorteilen konventioneller Faserlaser ermöglicht der MOPA-Laser zusätzlich eine beliebige Modulation der Pulse. Mithilfe eines elektro-optischen Modulators werden Pulse aus einer Dauerstrich-Laserdiode ausgeschnitten, wobei Zeitpunkt, Repetitionsrate, Pulsdauer und Pulsform der Pulse frei wählbar sind. Dies ermöglicht Pulse-auf-Abruf und erleichtert die Synchronisation mit anderen Systemen. Eine Limitation dieser Lasersysteme ist jedoch die Beschränkung auf Wellenlängenbereiche, die von der Dotierung des Fasermaterials mit seltenen Erden abhängen aber für die Verstärkung der Pulse notwendig sind.
Ziel dieser Arbeit war es, die Spitzenleistung von MOPA-Systemen zu erhöhen und die Wellenlänge mittels nichtlinearer Effekte zu verschieben. Die Verstärkung auf eine hohe Spitzenleistung ist dabei eine große Herausforderung, da hierfür eine hohe Pumpleistung benötigt wird, die wiederum zu unerwünschten Nebeneffekten, wie z.B. einem Untergrundsignal führen kann. Hierfür wurde ein MOPA-System mit mehreren Verstärkerstufen aufgebaut, mit denen das störende Untergrundsignal minimiert und so höhere Spitzenleistungen ermöglicht wurden. In der letzten Verstärkerstufe wurde eine Faser mit 25 µm Kerndurchmesser eingesetzt, die nichtlineare Effekte im Laser reduziert und damit eine schmale Linienbreite für eine anschließende gezielte nichtlineare Wellenlängenkonversion erlaubt. Eine Spitzenleistung von 91 kW wurde auf diese Weise erreicht.
Ausgehend von dem optimierten 1063 nm MOPA-Laser und einem 1300 nm „Fourier Domain Mode Locked“ (kurz FDML)-Laser konnte mittels degeneriertem Vier-Wellen-Mischen (engl. „four wave mixing“, kurz FWM) in einer photonischen Kristallfaser (engl. „photonic crystal fiber“, kurz PCF) eine schmalbandige Verstärkung bei 1300 nm und eine Konversion zu 900 nm erzielt werden. Dieser Wellenlängenbereich eignet sich beispielsweise zur Anregung von grün fluoreszierendem Protein in der Zwei-Photonen-Mikroskopie. Durch die parametrische Verstärkung im FWM-Prozess konnten die 1300 nm auf 1,4 kW verstärkt und gleichzeitig Pulse mit 2,7 kW um 900 nm erzeugt werden. Dabei kann die Wellenlänge mit der Durchstimmgeschwindigkeit des FDML-Lasers geändert werden und erreicht eine Bandbreite von 105 nm um 1300 nm und 54 nm um 900 nm. Dieses Ergebnis ist besonders relevant für schnelle Versionen der Zwei-Photonen- und Raman-Mikroskopie, da es sowohl die Zahl der erreichbaren Fluorophore erhöht als auch die Abdeckung der Raman-Banden erweitert. In der Raman-Mikroskopie könnte die hohe Spitzenleistung des abstimmbaren Abtastlasers eine epi-direktionale Detektion und damit den Einsatz in Endoskopen ermöglichen.
Es konnte zudem gezeigt werden, dass die hohe Spitzenleistung in einer längeren PCF für die Erzeugung eines breitbandigen Superkontinuums von 490 nm bis über 1750 nm verwendet werden kann. Nach zeitlicher Streckung mittels Dispersion in einer langen Glasfaser wurde es für hyperspektrale Bildgebung eingesetzt. Erste Bilder im roten Wellenlängenbereich konnten generiert werden, während die Leistung im grünen und blauen Wellenlängenbereich noch optimiert werden muss, um korrekte Farbbilder darzustellen. Künftig muss die Leistung in diesen Wellenlängenbereichen erhöht und Verluste reduziert werden, um das Superkontinuum für eine zeitlich gestreckte hyperspektrale Bildgebung im Sichtbaren vollständig nutzen zu können.
Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurden aktiv modulierte MOPA-Systeme durch eine gezielte Leistungssteigerung und Wellenlängenerweiterung erfolgreich für die biomedizinische Bildgebung optimiert. Dadurch wurde ein extrem flexibles System geschaffen, welches die Grundlage für verschiedene zukünftige Anwendungen bildet.
Beschreibung
The use of fiber lasers in the field of biomedical optics has become increasingly important in recent years, as they have a compact design while allowing the generation of short laser pulses with high peak powers. “Master oscillator power amplifier” (short MOPA) lasers increase the peak power of a laser diode from a few milliwatts to several kilowatts in several amplifier stages. In addition to the advantages of conventional fiber lasers, MOPA lasers also allow arbitrary modulation of the pulses. With the aid of an electro-optic modulator, pulses are cut out from a continuous wave laser diode, whereby the timing, repetition rate, pulse duration, and pulse shape of the pulses can be freely selected. This enables pulses-on-demand and facilitates synchronization with other systems. However, one limitation of these laser systems is that they are restricted to wavelength ranges that depend on the doping of the fiber material with rare earths, but which are necessary for amplifying the pulses.
The aim of this work was to increase the peak power of MOPA-systems and to shift the wavelength using nonlinear effects. Amplification to a high peak power is a major challenge, as it requires high pump power, which in turn can lead to undesirable side effects, such as a background signal. For this purpose, a MOPA-system with several amplifier stages was set up to minimize the disturbing background signal and thus enable higher peak powers. In the last amplifier stage, a fiber with a 25 µm core diameter was used, which reduces nonlinear effects in the laser and thus allows a narrow linewidth for subsequent targeted nonlinear wavelength conversion. A peak power of 91 kW was achieved in this way.
Based on the optimized 1063 nm MOPA-laser and a 1300 nm “Fourier Domain Mode locked” (short FDML) laser, degenerate four-wave mixing (short FWM) in a photonic crystal fiber (short PCF) was used to achieve narrow-band amplification at 1300 nm and conversion to 900 nm. This wavelength range is suitable, for example, for exciting the green fluorescent protein in two-photon microscopy. Parametric amplification in the FWM process enabled the 1300 nm to be amplified to 1.4 kW while simultaneously generating pulses with 2.7 kW at 900 nm. The wavelength can be changed with the tuning speed of the FDML-laser and achieves a bandwidth of 105 nm around 1300 nm and 54 nm around 900 nm. This result is particularly relevant for fast versions of two-photon and Raman microscopy, as it both increases the number of achievable fluorophores and extends the coverage of the Raman bands. In Raman microscopy, the high peak power of the tunable scanning laser could enable epi-directional detection and thus its use in endoscopes.
It has also been shown that the high peak power in a longer PCF can be used to generate a broadband supercontinuum from 490 nm to over 1750 nm. After temporal stretching by dispersion in a long glass fiber, it was used for hyperspectral imaging. Initial images in the red wavelength range could be generated, while the performance in the green and blue wavelength ranges still needs to be optimized in order to display correct color images. In the future, the performance in these wavelength ranges must be increased and losses reduced in order to be able to fully utilize the supercontinuum for time-stretched hyperspectral imaging in the visible range.
As part of this research work, actively modulated MOPA-systems were successfully optimized for biomedical imaging through targeted performance enhancement and wavelength extension. This has created an extremely flexible system that forms the basis for various future applications.
Schlagwörter
Faserlaser, MOPA, Vier-Wellen-Mischen, FWM, Superkontinuum
Zitierform
Institut/Klinik
Institut für Biomedizinische Optik