Flowful work design
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2025
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Zusammenfassung
Modern work contexts present new kinds of changes and flexibilization, digitalization, and new dynamics confront people with novel challenges. These changes also alter opportunities to experience positive states at work, such as flow and team flow. Flow is defined as the state of being completely absorbed in an activity that is perceived as optimally demanding, and it is associated with positive effects on well-being and performance. Similar assumptions apply to team flow, which is defined as a shared experience of flow within a team during optimal team dynamics.
Different work design models propose systematically considering the characteristics of a work task to further develop and redesign it towards specific goals. However, the overarching context is often overlooked. This dissertation aims to examine flow and team flow promoting forms of work design from a context-specific perspective. The goal is to identify factors that promote or hinder flow and team flow at work, and to investigate the effect of external contextual factors in challenging work environments. To this end, three examples of modern work contexts are examined: work in a start-up, industrial manufacturing work, and virtual teamwork.
Study I employs qualitative interviews to investigate how flow and team flow are experienced during the early start-up stage, which is often characterized by high levels of autonomy and meaningfulness, yet also by uncertainty and lack of support. Some of the influencing factors and consequences discussed are known from previous research, while others appear specifically relevant to the challenges start-ups face. Overall, the importance of promoting flow and team flow in the context of start-ups becomes apparent, and the results provide some recommendations for work design.
Study II focuses on manufacturing work, which can be considered a flow-aversive context due to monotony and boredom. The study examines how gamification, a strategy for designing work to promote flow, affects both flow and performance. The study suggests that gamification could be particularly effective at the beginning of work processes; however, flow can also arise in non-gamified manufacturing work via other mechanisms.
Study III examines the context of international virtual teams and investigates team flow experiences, exploring the possibility of identifying them through communication parameters. Depending on the task type, the examined communication parameters are insufficient for identifying team flow. Nevertheless, the study makes an important contribution to the ongoing methodological debates in flow research concerning the development of interruption-free measurement approaches.
While each of the studies conducted in this cumulative dissertation addresses different research questions, they all contribute to a better understanding of flow and team flow in the workplace. Furthermore, they enable the development of recommendations for work designs that promote flow and team flow. The central results of the three studies are integrated into a work design model. This model is developed as an extension of an Input-Process-Output model and is based on the Job Characteristics Model. The model systematizes the various factors influencing flow and team flow at work, as well as the consequences of these states, with an emphasis on the influence of the context. The relevance of the key contextual factors examined in the dissertation, such as playful approaches and intercultural perspectives in work design, is also addressed. Furthermore, methodological reflections on the dynamics and the measurement of flow and team flow are presented. Based on the three contexts studied, concrete work design practices and recommendations are formulated. Future research should consider additional work contexts relevant to the evolving challenges faced in today's working world and evaluate the effectiveness of specific interventions. The methodological questions raised regarding the operationalization and measurement of flow and team flow should be examined more closely in light of the results. Overall, this dissertation demonstrates that promoting flow and team flow may be possible in challenging and dynamic modern work contexts. However, this is context-dependent and should be planned in a reflective, evidence-based manner.
Beschreibung
Moderne Arbeitskontexte bringen neuartige Veränderungen mit sich und durch Flexibilisierung, Digitalisierung und neue Dynamiken sehen sich Menschen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Dadurch verändern sich auch die Möglichkeiten, positive Zustände wie Flow und Teamflow bei der Arbeit zu erleben. Flow bezeichnet den Zustand vollständiger Absorbiertheit während einer als optimal beanspruchend wahrgenommenen Tätigkeit und geht mit positiven Effekten auf Wohlbefinden und Leistung einher. Ähnliches wird für Teamflow angenommen, den Zustand eines geteilten Flow-Erlebens im Team während optimaler Teamdynamiken.
Verschiedene Modelle zur Arbeitsgestaltung schlagen eine systematische Betrachtung der Merkmale einer Arbeitsaufgabe vor, um diese basierend auf spezifischen Zielen weiterzuentwickeln und zu gestalten. Dabei wird jedoch häufig der übergeordnete Kontext vernachlässigt. In der vorliegenden Dissertation soll daher eine kontextspezifische Perspektive auf flow- und teamflow-förderliche Formen der Arbeitsgestaltung eingenommen werden. Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die Flow und Teamflow bei der Arbeit begünstigen oder hindern, sowie zu untersuchen, wie externe Kontextfaktoren in herausfordernden Arbeitsumgebungen wirken. Zu diesem Zweck werden drei verschiedene moderne Arbeitskontexte beispielhaft untersucht: die Arbeit in einem Start-up, die industrielle Fertigung und die virtuelle Teamarbeit.
In Studie I wird mittels einer Interviewstudie der Frage nachgegangen, wie Flow und Teamflow in der häufig von großer Autonomie und Sinnhaftigkeit, jedoch auch von Unsicherheit und fehlender Unterstützung geprägten Arbeit in den frühen Phasen der Start-up-Gründung erlebt werden. Einige der diskutierten Einflussfaktoren und Konsequenzen sind bereits aus der bisherigen Forschung bekannt, während andere spezifisch im Kontext der Herausforderungen von Start-ups relevant zu sein scheinen. Insgesamt zeigt sich die Relevanz der Förderung von Flow und Teamflow im Start-up-Kontext, zu der einige Empfehlungen aus den Ergebnissen abgeleitet werden können.
In Studie II wird der Kontext der industriellen Fertigungsarbeit betrachtet, der aufgrund von Monotonie und Langeweile als flow-aversiv angesehen werden kann. Es wird untersucht, wie sich Gamification als Strategie einer flow-förderlichen Arbeitsgestaltung auf Flow und Performance auswirkt. Die Studie legt nahe, dass Gamification insbesondere zu Beginn von Arbeitsprozessen wirksam sein könnte und Flow darüber hinaus auch in nicht gamifizierter Fertigungsarbeit über andere Mechanismen entstehen kann.
Studie III betrachtet den Kontext internationaler virtueller Teams und untersucht das Erleben von Teamflow und die Möglichkeit, dieses über Kommunikationsparameter zu identifizieren. Die untersuchten Kommunikationsparameter zeigen sich je nach Art der Aufgabe als noch nicht ausreichend zur Identifikation von Teamflow. Die verwendete Methode leistet jedoch einen wichtigen Beitrag zu aktuellen methodischen Debatten der Flow-Forschung bezüglich der Entwicklung unterbrechungsfreier Messmethoden.
Die im Rahmen der kumulativen Dissertation durchgeführten Studien beschäftigen sich jeweils mit verschiedenen spezifischen Forschungsfragen, tragen jedoch alle zu einem besseren Verständnis von Flow und Teamflow bei der Arbeit bei. Darüber hinaus erlauben sie die Ableitung von Empfehlungen für eine Arbeitsgestaltung, die Flow und Teamflow begünstigt. Die zentralen Ergebnisse der drei Studien lassen sich zusammen in ein Work Design Modell einordnen, das eine Erweiterung eines Input-Process-Output Modells darstellt und an das Job Characteristics Model angelehnt ist. Die verschiedenen Einflussfaktoren auf Flow und Teamflow bei der Arbeit sowie die Konsequenzen dieser Zustände werden systematisiert und geordnet, wobei der Einfluss des Untersuchungskontexts betont wird. Die Relevanz der in der Dissertation untersuchten zentralen Kontextfaktoren, wie spielerische Ansätze und interkulturelle Perspektiven in der Arbeitsgestaltung, wird thematisiert. Darüber hinaus werden methodische Überlegungen zur Dynamik und Messung von Flow und Team-Flow vorgestellt. Einige konkrete Maßnahmen und Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung werden am Beispiel der drei untersuchten Kontexte formuliert. Zukünftige Forschung sollte darüber hinaus weitere Arbeitskontexte und zentrale Herausforderungen der aktuellen Arbeitswelt betrachten sowie die Wirksamkeit von spezifischen Interventionen testen. Auch die auf methodischer Seite aufgeworfenen Fragen zur Operationalisierung und Messung von Flow und Teamflow sollten auf Basis der Ergebnisse genauer untersucht werden. Insgesamt zeigt die vorliegende Dissertation, dass die Förderung von Flow und Teamflow auch in herausfordernden und dynamischen modernen Arbeitskontexten möglich sein kann, jedoch kontextabhängig ist und daher reflektiert sowie evidenzbasiert geplant werden sollte.
Schlagwörter
Flow experience, Team flow experience, Work design
Zitierform
Institut/Klinik
Institut für Psychologie II