Stress, Copingstrategien und gesundheitsbezogene Lebensqualität während der Coronapandemie 2020/21

dc.affiliation.instituteInstitut für Sozialmedizin und Epidemiologie
dc.contributor.authorPeters, Elke
dc.contributor.refereeKatalinic, Alexander
dc.contributor.refereeBenninghoven, Dieter
dc.date.accepted2025-12-11
dc.date.accessioned2025-12-22T16:17:55Z
dc.date.available2025-12-22T16:17:55Z
dc.date.issued2025
dc.description.abstractAnfang 2020 lag mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie eine unzureichende Evidenz hinsichtlich Stressbelastung und Lebensqualität infolge der Pandemie in der Bevölkerung vor. Es war unklar, inwiefern die individuellen Präventionsempfehlungen zur Verbesserung des Wohlbefindens von Nutzen hinsichtlich Stressbelastung und Lebensqualität für die Bevölkerung und für vulnerable Gruppen sind. Ziel der vorliegenden explorativen Arbeit ist die Deskription der wahrgenommenen Stressbelastung, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und von Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens während der COVID-19-Pandemie im April 2020 und November 2020 auf Basis von Online-Befragungsdaten einer Bevölkerungsstichprobe (n = 2.078) und in ausgewählten Subgruppen. Mit Hilfe von multiplen linearen Regressionsanalysen werden darüber hinaus Assoziationen von Copingstrategien und Stressbelastung, von Stresssymptomen und Stressbelastung sowie von Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens und Lebensqualität jeweils unter Berücksichtigung bekannter Einflussfaktoren aufgezeigt. Anders, als erwartet ist die Stressgesamtbelastung gemessen mit dem SCI bei Teilnehmen-den beider CoPa-Befragungen bei der Zweitbefragung gegenüber der Erstbefragung nicht erhöht. Die differenzierte Betrachtung der Stressgesamtbelastung zeigt jedoch, dass bei der Zweitbefragung der Wert für Stress durch Überforderung höher ist, während die Werte für Stress durch Unsicherheit und Stress durch Verlust bzw. tatsächlich eingetretene Ereignisse niedriger sind. Die Stressgesamtbelastung unterscheidet sich in den Subgruppen deutlich: Personen mit Hinweis auf eine Depression bzw. eine Angststörung sowie Personen mit einer selbstberichteten ärztlichen Depressionsdiagnose bzw. mit einer anderen psychischen Erkrankungsdiagnose im Leben weisen zu beiden Befragungszeitpunkten signifikant höhere Stressgesamtwerte auf als alle anderen untersuchten Subgruppen. Daneben äußern multi-morbide Personen und Personen mit Kindern unter 13 Jahren im Haushalt überdurchschnittlich hohe Stressgesamtwerte. Während die Stressgesamtbelastung von Frauen signifikant über dem Durchschnitt liegt, befindet sich der Stressgesamtwert von Männern signifikant darunter. Frauen geben signifikant höhere Werte für Stress durch Überforderung an, der im Verlauf noch zunimmt. Gleichzeitig äußern Männer bei der Zweitbefragung im Vergleich zur Erstbefragung einen niedrigeren Wert für Stress durch Überforderung. Personen ab 65 Jahre äußern die niedrigste Stressgesamtwerte, die signifikant niedriger sind als in allen anderen untersuchten Subgruppen. Erwartungsgemäß korreliert die Anzahl der Stresssymptome positiv mit der Stressgesamtbelastung und negativ mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Im Mittel geben studien-teilnehmende Personen mehr als drei Stresssymptome an. Mehr als die Hälfte äußern Schlafschwierigkeiten, knapp die Hälfte Grübeln sowie jeweils ein Drittel Libidoverlust bzw. Kopfschmerzen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität aller Teilnehmenden beider Befragung ist im November 2020 niedriger als im April 2020, insbesondere Frauen, Personen ohne Kind/er unter 13 Jahre im Haushalt und Personen unter 65 Jahre äußern bei der Wiederholungsbefragung eine schlechtere Lebensqualität. Während diese von Personen mit eingangs positiven PHQ-2 und / oder GAD-2 im November 2020 besser eingeschätzt wird. In den multivariaten Analysen zeigt sich, dass die Anwendung der Copingstrategien „positiv denken“, „aktive Stressbewältigung“ und „soziale Unterstützung“, unter Kontrolle der Stressgesamtbelastung, psychische Beeinträchtigungen, Multimorbidität und personenbezogene Parametern mit einer Abnahme der wahrgenommenen Stressgesamtbelastung zum zweiten Befragungszeitpunkt assoziiert sind. Dieser Zusammenhang ist für die „soziale Unterstützung“ signifikant. Von den Aktivitäten zur Steigerung des Wohlbefindens, die von der WHO, dem IASC und dem IFRC in Quarantäne empfohlen werden, sind die zwei Aktivitäten „körperlich aktiv bleiben“ und „Humor behalten und lachen“ signifikant positiv mit der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu beiden Befragungszeitpunkten assoziiert. Personen mit psychischen Beeinträchtigungen geben im Vergleich zu nicht betroffenen Personen eine signifikant größere OR für die Ausführung der meisten hier untersuchten Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens an und nutzten gleichzeitiger seltener hier berücksichtigter adaptive Copingstrategien zum Abbau von Stress. Dabei nahm bei Personen mit Hinweis auf eine Depression und/oder eine Angststörung die wahrgenommene gesundheitsbezogene Lebensqualität im Verlauf zu, während sie bei den anderen Personen abnahm. Die deutlichen Gruppenunterschiede bei der Stressbelastung und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität machen deutlich, dass Unterschiede vorhanden sind und sowohl gruppenspezifische Betrachtungen als auch differenzierte Maßnahmen erforderlich sind. Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens sollten in der Bevölkerung bekannt sein und könnten in ähnlicher Situation empfohlen und ermöglicht werden. Insbesondere für psychisch beeinträchtigte Personen, multimorbide Personen, Frauen und für Personen mit Kindern könnten gezielt Unterstützungsangebote in vergleichbaren Situationen, wie in der Anfangsphase der Coronapandemie, hilfreich und wünschenswert sein.
dc.identifier.urihttps://epub.uni-luebeck.de/handle/zhb_hl/3568
dc.identifier.urnurn:nbn:de:gbv:841-2025122202
dc.language.isode
dc.subjectStressbelastung
dc.subjectLebensqualität
dc.subjectPräventionsempfehlungen
dc.subjectCOVID-19-Pandemie
dc.subjectBevölkerungsstichprobe
dc.subjectBefragung
dc.subjectÜberforderung
dc.subjectsoziale Unterstützung
dc.subject.ddc610
dc.titleStress, Copingstrategien und gesundheitsbezogene Lebensqualität während der Coronapandemie 2020/21
dc.typethesis.doctoral

Dateien

Originalbündel

Gerade angezeigt 1 - 1 von 1
Lade...
Vorschaubild
Name:
Dissertation_EP_final_elektronische Version.pdf
Größe:
1.89 MB
Format:
Adobe Portable Document Format

Lizenzbündel

Gerade angezeigt 1 - 1 von 1
Vorschaubild nicht verfügbar
Name:
license.txt
Größe:
5.07 KB
Format:
Item-specific license agreed to upon submission
Beschreibung:

Sektion


KONTAKT

Universität zu Lübeck
Zentrale Hochschulbibliothek - Haus 60
Ratzeburger Allee 160
23562 Lübeck
Tel. +49 451 3101 2201
Fax +49 451 3101 2204


IMPRESSUM

DATENSCHUTZ

BARIEREFREIHEIT

Feedback schicken

Cookie-Einstellungen